Mut entsteht nicht erst, wenn man alle Voraussetzungen erfüllt hat
Wie Bernhard Galster seinen eigenen Weg gegangen ist
"Du willst dich selbständig machen? Aber du hast doch gar nichts!"
An die Reaktion seiner Mitschüler auf der Meisterschule kann sich Bernhard Galster noch heute gut erinnern. Als die Teilnehmer über ihre beruflichen Ziele sprachen, erzählte der junge Schreiner von seinem Plan, nach dem Abschluss eine eigene Schreinerei zu gründen.
Viele hielten das für unrealistisch. Sein Vater war zwar selbst Schreiner, führte jedoch keinen eigenen Betrieb. Werkstatt, Maschinen, Büro und Halle – all das musste erst geschaffen und finanziert werden. Für viele überwogen die Risiken. Bernhard Galster sah vor allem die Chance, seinen eigenen Weg zu gehen.
Heute, 25 Jahre später, führt der Ostallgäuer erfolgreich seine eigene Schreinerei. Als Innungsobermeister engagiert er sich für das Handwerk und dessen Nachwuchs. Und sein Vater? Der hilft mit 84 Jahren noch immer im Betrieb mit.
Aus einem Plan wird Realität
Eigentlich sollte Bernhard Galster nach der Meisterschule einen bestehenden Betrieb übernehmen. Doch die Pläne zerschlugen sich. Für ihn war das kein Grund aufzugeben. Stattdessen entschied er sich, eine eigene Schreinerei aufzubauen – mit eigener Werkstatt, Maschinen und einer neu gebauten Halle. Ein mutiger Schritt, denn vieles musste erst geschaffen und finanziert werden.
Was auf der Meisterschule noch belächelt wurde, wurde Schritt für Schritt Realität. Rückhalt fand er dabei vor allem in seiner Familie.
Mehr als Möbel und Holz
Was ihn nach all den Jahren noch immer an seinem Beruf begeistert? Die Antwort kommt ohne langes Nachdenken:
„Du löst Leuten Probleme, die sie nicht kaufen können.“
Für Bernhard Galster ist gutes Handwerk weit mehr als das Fertigen von Möbeln. Es geht darum, zuzuhören, Ideen weiterzuentwickeln und gemeinsam mit den Kunden die passende Lösung zu finden.
Dabei setzt er auf Ehrlichkeit und klare Worte. Wenn er von einer Idee nicht überzeugt ist, sagt er das auch. Gleichzeitig nimmt er die Menschen mit, erklärt seine Vorschläge und zeigt Alternativen auf.
„Die Leute brauchen Vertrauen“, sagt er. „Sie müssen spüren, dass man das Richtige für sie machen will.“
Verantwortung für die nächste Generation
Neben seinem eigenen Betrieb engagiert sich Bernhard Galster seit vielen Jahren für das Handwerk. Als Innungsobermeister setzt er sich besonders für die Nachwuchsgewinnung ein und wirbt auf Ausbildungsmessen für die Chancen einer handwerklichen Ausbildung.
Dabei geht es ihm nicht nur um Fachkräfte von morgen. Er möchte jungen Menschen Perspektiven aufzeigen und ihnen vermitteln, wie erfüllend es sein kann, am Ende des Tages etwas geschaffen zu haben.
Über die Jahre hat er zahlreiche Auszubildende begleitet und deren Entwicklung miterlebt. Diese Arbeit bereitet ihm bis heute große Freude. Oder wie er selbst sagt: „Wenn du viel mit jungen Menschen zu tun hast, bleibst du auch jung.“
Sich einbringen und mitgestalten
Verantwortung endet für Bernhard Galster nicht an der Werkstatttür. Neben seinem Engagement als Unternehmer und Innungsobermeister bringt er sich auch als Vertreter unserer VR Bank ein.
Warum? Die Antwort fällt ähnlich aus wie bei seinem Engagement für das Handwerk: Weil ihm die Region am Herzen liegt und er überzeugt ist, dass gute Entwicklungen dort entstehen, wo Menschen Verantwortung übernehmen und mitgestalten.
Eine Haltung, die ihn bereits auf der Meisterschule begleitet hat – und die bis heute seinen Weg prägt.